LATENT SPACES
Organische Metamorphosen und synthetische Realitäten jenseits von Zeichnung und Fotografie
Helmut Reinelt und Maximilian Siegenbruk geben Einblicke in persönliche Visonen von Zukunft und Evolution.

Für die Realisation nutzen sie Prozesse, die klassische künstlerische Genres und ihre tradierten Grenzen sprengen und durch die Verschränkung von analogem Handwerk, digitaler Translation und generativer KI neue Sehräume eröffnen. Bei der Ausstellung begegnen sich zwei konträre, aber im Geiste und im Methodischen verwandte Ansätze.
Die zeichnerisch/malerische Position (Metamorphose):
Ausgehend von analogen Malereien mit floralen Motiven durchläuft das Werk von Maximilian Siegenbruk einen maschinellen Übersetzungskreislauf. Die organischen Grundformen mutieren über generative KI zu komplexen, chimärenhaften Tierwesen. Das in Vektoren übersetzte digitale Werk wird per Plotter auf Papier gebracht und durch händisches Zeichnen vollendet. Die Transformation endet jedoch nicht in der zweidimensionalen Fläche: Mittels AR-Technologie (Augmented Reality) erwachen die Malereien im Raum als animierte Loops zum Leben.
Die fotografische Position (Semantische Entkopplung):
Ausgehend von dokumentarischer Fotografie, dem klassischen Medium der Evidenz, bricht Helmut Reinelt die ursprüngliche Eindeutigkeit des Schauens auf. Über vielschichtige digitale Montagen und anschließende generative KI-Prozesse werden die Bildelemente in einen für ihn typischen visuellen Stil überführt. Das finale Bild entzieht der Realität ihre vertraute Semantik. Was bleibt, sind rudimentäre Fragmente des Wiedererkennbaren, die die Betrachtenden zu einer aktiven, verunsicherten Rekonstruktion von Wirklichkeit zwingen.
Der Off-Space als Resonanzraum:
Das fertige Artefakt steht im Zentrum und nicht der Algorithmus selbst, denn das ästhetische Resultat und seine räumliche Präsenz ist das was zählt. Der Off-Space des HOTSPOT KW in Königswinter dient dabei als Erfahrungsraum, in dem das Großformatige und Physische direkt auf die immateriell-digitale Ebene trifft.
Geöffnet Samstag und Sonntag von 12-17 Uhr










